Gedanken - First time Kala-Blog!

Hallo Ihr Lieben, 

schon oft habe ich Texte für einen Blog verfasst, nie veröffentlicht. Macht auch nichts.

Corona macht alles neu. Ich leg mal los.

 

Die Gedanken schriftlich zu formulieren oder sie laut auszusprechen sortiert, bringt Klarheit und weckt Erkenntnisse, die man durch das Denken allein nicht erlangt. Wer kennt das nicht. Du tüftelst an irgendeiner Sache herum, denkst und tust und machst -  und in dem Moment wo Du mit Deinem Kollegen darüber sprichst, schon im Ansatz, fällt es Dir wie Schuppen....ich sag immer aus den Haaren....wie Schuppen aus den Haaren... wie mein "im-Herzen-immernoch-Schwager" used to say....der heute übrigens Geburtstag hat...auf diesem Wege nochmal Happy Birthday, lieber Deti.... wie Schuppen von den Augen, glaub ich heißt es richtig. Da fällt es Dir wie Schuppen von den Augen. Ja. ....aber wer hat denn Schuppen auf den Augen? Doch wohl eher in den Haaren. Das erschließt sich mir gerade überhaupt nicht. Werde ich nachher mal recherchieren. 

Wenn man schreibt wie man denkt, kann man natürlich beim Schreiben genauso abschweifen wie beim Denken. 

Wo war ich? Gedanken und Erkenntnisse.

Wenn man sich die Chronologie meines Gemütszustands seit letztem Donnerstag anschaut, dann ist das schon wie ein kleines Leben. Es war alles dabei. Nur geweint habe ich nicht...sehr ungewöhnlich bei mir eigentlich....halt!...doch!...gestern! Aus Wut über mich selbst kamen mir ein paar Tränen. Hammer, die kam mit gewaltiger, roter Kraft aus der Tiefe und wollte nicht mal eben weggeatmet werden, sondern gaaanz genau angeschaut. Ansonsten gab es noch Vorfreude, Freude, Verbundenheit, Gelassenheit, Entspanntsein. Genervtsein, Langeweile, Ungeduld, Verdruss. Schuldgefühle, Nüsse-Essattacke (Schokolade hatte ich nicht da), noch eine, Loslassen, erkennen, Freisein, Glückseligkeit, Geliebtsein, Ungewissheit, Zerrissenheit, Trotz, Nachdenklichkeit, Entscheidungskraft, Frieden, Druck, Gehetztsein, viele gesalzene Takkos, Spaß, Freude, Zufriedenheit, Verbundenheit, Druck. Loslassen. Blog schreiben.

 

Neulich habe ich gelesen: Mut entsteht im Herzen, Angst im Kopf.

Die ganzen unguten Gemütszustände und Gefühle entstehen im Kopf. Meist aus Angst. Wovor auch immer. Jeder hat da seine ganz eigenen Ängste. Da gibt es nichts was es nicht gibt. Und nur weil jemand mit Ängsten zu kämpfen hat, die mir völlig fremd erscheinen, muss ich mich nicht über ihn oder sie erheben. Dafür habe ich ja meine eigenen, die mich in meinem kleinen Gefängnis halten. Die mich daran hindern, komplett loszulassen und frei zu sein. Frei zu sein von meinen Begrenzungen. Corona trägt sie zu Tage und lässt sie uns bewusst werden.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens: Ich beuge mich meinen Ängsten und lasse mich von ihnen bestimmen. Zweitens: Ich nehme sie ganz bewusst war. Übertünche sie nicht. Lasse sie zu. Spüre, was mit mir passiert. Wenn sie die Kontrolle übernehmen. Wie reagiere ich dann? Welche Reaktion zeigt mein Atem, mein Herzschlag, mein Umgang mit Anderen? Was passiert noch? Essattacken, der Drang laufen zu gehen, ungnädig sein, gereizt, überdreht, wenig reden, nur noch quasseln, laut Musik hören, einkaufen (geht gerade schlecht), mich isolieren, mich klein fühlen, dem folgen was andere tun, möchte nichts mehr hören....whatever. Schau Dir an was Deine Ängste und Stress mit Dir machen.

 

Stress?

Ich habe keinen Stress!

Angst? 

Wovor sollte ich denn Angst haben?

Das ist doch was für Kinder!

 

....und wie siehts innen drin aus? 

Was sagt Dein inneres Kind dazu?

 

Szenenwechsel.

Ist es eigentlich Zufall, dass es in den letzten Wochen immer so stürmisch war? Aggressiv-stürmisch, wie ich finde. Ich liebe ja Wind, sehr so gar. Aber über den in letzter Zeit war ich nicht so amused. Da war der Wind nicht mild, nicht weich und er trug auch keine Gedanken sanft mit hinfort. Ich empfand ihn eher als wütend, bedrohlich und "Ich kann noch viiel mehr!"-ausdrückend. 

Ist es eigentlich Zufall, dass sich uns der Himmel seit Tagen überwiegend freundlich und blau zeigt? Es angenehm warm ist und die Atmosphäre sanft? Morgens die Vögel fröhlich aufpfeiffen, um den ganzen Tag beschwingt umherzufliegen?

Vielleicht spinn ich ja (das nehme ich übrigens gern in Kauf), aber meine Frühblüher im Garten sahen in den letzten Jahren immer irgendwie zerrupft aus. Entweder kam nur ein großes Blatt und keine Blüte, oder eine schöne Blüte jedoch ohne Blätter, Hyazinthen mit 5 Blüten, wobei der Rest des Stiels war kahl blieb....und nun? Alle sehen gesund aus und strahlen bunt um die Wette. Und das, obwohl ich den Garten in 2019 eher stiefmütterlich behandelt habe. Zufall?

 

Ich finde es schön. 

 

Ich finde es wunderbar, dass wir der Natur, unserem Planeten, der uns nährt und (er)-trägt, eine Auszeit schenken (müssen). Dass wir ihm Raum geben, sich von uns und unseren Abgasen zu erholen, zu rehabilitieren (meine Ma ist auch gerader in der Reha). Man kann ihm und uns nur wünschen, dass dieser Zustand lang genug anhält und wir alle beobachten können, dass sich die Erde heilt, wenn wir sie pfleglich behandeln und aufhören, sie auszubeuten, zu vernichten. Wer hier die Macht hat, wen zu vernichten, zeigt sich ja gerade. Mit einem tödlichen Virus ginge das bös schnell. Übrig blieben vermutlich Urvölker, die im Einklang mit Mutter Erde leben. Gut so.

 

"Ja, sollen wir denn alle wieder im Busch leben?"

"Du hast doch auch ein Auto, fliegst in den Urlaub und isst Fleisch."

 Ja - wesentlich weniger schon - nein, suuuper selten.

 

Darum geht's auch nicht.

Es geht nicht darum.

Ich denke, Allen die bis hier Interesse an diesem Beitrag hatten und haben, muss ich nicht erklären, dass "Mode" Menschen und Natur belastet, das Massentierhaltung fühlende Wesen als eine "Sache" betrachtet und entsprechend behandelt, dass Mutterkühe & Kälber gleiches Leid wie Menschen empfinden wenn man sie trennt, dass in entfernten Ländern Deutschlands Regenwälder abgeholzt werden damit wir hier genug Fleisch, Palmöl und Avocados verwenden/konsumieren können, dass aus vielerlei Gründen die Meere samt deren Bewohner kollabieren und die Artenvielfalt bedroht ist.

 

Worum geht's also? 

Keine Ahnung.

Das große Ganze irgendwie.

Die Einheit von Natur und allen Wesen.

Ich kann nur sagen, was ich darüber denke. 

Mache ich ja schon.

Also weiter. 

 

Corona eröffnet uns eine Chance. Eine Chance umzudenken. Neue Wege zu entdecken.

Alternativen auszuprobieren. Zurückzufahren.

Und ganz wichtig: Innezuhalten. Zur Ruhe zu kommen. Nach Innen zu schauen.

Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Auf die Menschen. Alle, egal wo sie wohnen, wie sie aussehen und wieviel Geld sie haben.

Auf die Natur, die Tiere und Pflanzen.

Auf die Gemeinschaft, Verbundenheit, gegenseitige Unterstützung & Solidarität.

Um Hilfe bitten können, geben und annehmen.

Allumfassende Liebe.

 

Gerade das zur Ruhe kommen scheint uns sehr schwer zu fallen. 

Um mich herum nehme ich derzeit ein wahnsinniges Gerenne wahr. Genau genommen nicht nur um mich herum, ich bin Teil davon. Werde ich auch bleiben. Wie schon vorhin kurz erwähnt. Keiner ist hier besser als der Andere, keiner weiter oder "nochnichtsoweit" (Das höre ich ja gerne in Yoga- oder spirituellen Kreisen: "Ach so, nee, die ist noch nicht so weit." Wie weit denn? Wohin denn? Ich bin hier! Und da bin ich genau richtig! So wie Du dort wo Du bist richtig bist! Wenn Du natürlich nicht magst wo Du bist, dann bewege dich halt, Du bist ja kein Baum.) .... okay..... wo war ich?

Teil vom Gerenne sein. Ja, das bin ich, aber der Motor läuft heute schon etwas langsamer als noch gestern.

Für alles muss ja jetzt sehr schnell eine Lösung her....schnell weiter so...nur büschen anders....aber Hauptsache schnell! Wir verlieren sonst den Anschluss....die Anderen überholen uns....homeoffice 24/7 und die Kinder auch zu Hause....keine Zeit für.....die anderen Yogalehrer machen alle Live-Trainings....schon morgen.....schnell.....die Teilnehmer steigen mir sonst aufs Dach....stellen den Monatsbeitrag ein....Aaaangst!!

 

HALT!

 

Beobachterrolle einnehmen!

Die Angst entsteht im Kopf. Mut im Herzen. 

In den Bauch atmen und das Herz ausdehnen.

 

Ich habe meine Angst (Existenzangst) gesehen, gespürt, wahrgenommen was es mit mir macht.

Seit Anfang des Jahres bin ich bewusst dabei, meine Grenzen zu öffnen, nicht machen zu müssen, was andere Yoga- oder Pilateslehrer machen, ganz meinem Inneren zu folgen....und nun kommt Corona und ich passe mich wieder an?

Nee! Stopp!

Keinen Rückschritt bitte. Dieses ist eine Wachstumschance!

 

Will ich denn überhaupt Live-Trainings?

Schon lange habe ich viele Ideen bezüglich eines Online-Angebots und dessen Inhalt. Wünsche und Inspirationen gibt es auch von meinen Teilnehmern (vielen Dank dafür). Live-Trainings gehörten bisher nicht zu meinen Vorstellungen. Klar, war ja auch nicht nötig, wenn alle ins Studio kommen können.

Auf jeden Fall hat nichts von Alledem mit "sofort & schnell" zu tun. Alles möchte überlegt, recherchiert und ausprobiert werden. Die Kosten überblickt, auch auf längere Zeit, wenn wieder alle zusammen in einem Raum sein können. Und wie immer geht es mir mehr um Qualität als um Quantität. Ich möchte verschiedene, sinnvolle Einheiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten anbieten, die Ihr für Euch zu Hause auswählen könnt. Was mir da vorschwebt, habe ich gerade wieder aus dem Blog-Beitrag gelöscht, um mir selbst den Druck zu nehmen. Eine terminliche Ankündigung wird es auch nicht geben.

 

Ein Piloga-Video ist fertig. Sobald es online zur Verfügung steht, werde ich Euch benachrichtigen.

Was Monatsbeiträge, 10er-Karten usw. angeht, wird es Lösungen geben.

Ich nehme mir Zeit und versuche, alles aus der Ruhe entstehen zu lassen. Bleibe im Vertrauen, dass sich alles zurechtläuft und mit Euch verbunden.

 

Ihr Lieben, wenn möglich (ich weiß, es ist nicht allen möglich) nehmt Euch Zeit (oder Zeitfenster)

füreinander und für Euch selbst, bleibt im Vertrauen und in der Liebe.

Wir sehen uns.

 

Diana Kala

 

Danke Gunda, Heiko und Rebecca!